Presse

Presseschau 4.2.2012

Ein Video von Spiegel Online:

Aus der Taz:
Demo gegen Kontaktsperre in St. Georg
Neue Eskalationsstufe

Netzwerk „Recht auf Straße“ protestiert gegen die Vertreibung von Sexarbeiterinnen aus St. Georg. Seit zwei Wochen gilt die Kontaktsperre-Verordnung.

Mehr als 200 Menschen haben am Samstag auf dem Hansaplatz auf einer Kundgebung des feministischen Netzwerks „Recht auf Straße“ gegen die Vertreibung der Sexarbeiterinnen aus St. Georg demonstriert. Das Motto: „Gegen Repression und Kriminalisierung von Sexarbeit – in St. Georg und überall“. Aktueller Anlass ist die vor zwei Wochen verabschiedete „Kontaktsperre-Verordnung“ durch den SPD-Senat. Sie sieht vor, dass potenzielle Freier bei der Kontaktaufnahme mit Prostituierten ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro zahlen müssen.

Szenenwechsel: Rathaus, Donnerstagabend. Im Innenausschuss tagt mehrere Stunden lang eine Expertenrunde zu den neuen Polizeigesetzen. Wohnraum-, Telefon-, Computer- und Videoüberwachung werden diskutiert. Erst als der Punkt „in Gewahrsamnahme“ im neuen Polizeigesetz aufgerufen wird, der auch Freiheitsentzug bei zu erwartenden hohen Bußgeldern vorsieht, wird der innenpolitische Sprecher der SPD, Arno Münster, wach. Ob das auch bedeute, dass Freier in St. Georg in Gewahrsam genommen werden können, fragt er verschämt. Gelächter im Saal.

Doch in St. Georg beschränkt sich die Polizei „im Moment noch auf Ermahnungen“, sagt Anwohnerin Birgit Schulze* der taz auf der Kundgebung am Samstag. „Die Männer schwören den Polizisten gegenüber natürlich, dass es das erste Mal war und dass sie es nie wieder tun würden“, sagt sie. „Das ist, als ob ich beim Falschparken erwischt werde und sage: ,Hab‘ ich noch nie gemacht – tue ich nie wieder.‘“

Rednerinnen der Kundgebung, die ins Englische, Bulgarische und Rumänische übersetzt wird, beklagen, dass die Repression auf die Sexarbeiterinnen im Viertel massiv zugenommen habe und die Prostituierten nach Rothenburgsort vertrieben werden sollen, wo sie „keinen sozialen Schutzraum mehr“ hätten. „St. Georg ist das Paradebeispiel für Gentrifizierung“, sagt eine Rednerin. Mit der Sperrgebietsverordnung, der seit 1996 geltenden Gefahrengebietsverordnung und nun – als „neue Eskalationsstufe“ – mit der Kontaktsperre-Verordnung, würden die Sexarbeiterinnen „hin- und hergejagt und müssen ihrer Arbeit in dunklen Ecken nachgehen“.

Sexarbeiterin Tanja Schulze* zeigt an diesem Samstag erneut Gesicht. Bereits vor zwei Wochen hatte sie anlässlich der Verabschiedung der KontaktsperreVerordnung eine Demonstration der Prostituierten aus St. Georg zum Rathaus geleitet und Gesicht gezeigt. Und auch diesmal fragt sie: „Wo bliebt die Menschlichkeit?“ Seit dem Tod ihres jüngsten Kindes sei sie abgestürzt. „Ich habe alles verloren“, sagt Schulze. Sie lebe trotz weiterer Kinder in Scheidung und hänge an der Nadel, habe hier bei der Drogeneinrichtung Ragazza „Halt gefunden“. Verzweifelt fragt sie: „Es gibt so viel Not. Wenn wir hier unsere Arbeit verlieren, was passiert mit uns?“

*Namen geändert

Zum Artikel in der taz

Aus dem Hamburg Jounal:
Protest gegen Kontaktverbot für Freier

Ein Teilnehmer hält während einer Kundgebung auf dem Hansaplatz im Hamburger Stadtteil St. Georg einen roten Regenschirm hoch. (04.02.2012) © dpa – Bildfunk Fotograf: Marcus Brandt Detailansicht des Bildes 150 Anhänger des Bündnisses „Recht auf Straße“ demonstrierten in St. Georg. Im Hamburger Szeneviertel St. Georg haben am Sonnabend Anhänger des Bündnisses „Recht auf Straße“ gegen Maßnahmen gegen den Straßenstrich protestiert. Insgesamt versammelten sich laut Polizei etwa 150 Menschen zu der Aktion. Es gab Reden in mehreren Sprachen – wie Deutsch, Türkisch und Russisch. Es kam zu keinen Zwischenfällen.
Freier müssen mit hohem Bußgeld rechnen

Im Januar hatte die Hansestadt eine sogenannte Kontaktverbots-Verordnung für St. Georg beschlossen. Freier, die dort künftig Prostituierte ansprechen, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen. Die Innenbehörde sieht dies als weiteres Mittel, um dem Problem der Straßenprostitution Herr zu werden.
„Sexarbeiterinnen sind Teil von St. Georg“

Der Stadtteil werde immer schicker, kritisierte das Bündnis am Sonnabend. Damit passten viele Menschen wie auch die Sexarbeiterinnen nicht mehr ins Bild. Sie seien aber ein Teil von St. Georg, ohne sie werde etwas fehlen.

Blick auf den Steindamm, im Vordergrund: Straßenschild „Steindamm“. © Picture Alliance/Ulrich Perrey Fotograf: Ulrich Perrey Detailansicht des Bildes Obwohl St. Georg Sperrgebiet ist, gibt es rund um den Steindamm und den Hansaplatz viel Straßenprostitution. Bereits seit 1980 ist der Stadtteil Sperrgebiet, Prostitution offiziell verboten. Allerdings gibt es im Bereich Steindamm, Hansaplatz und den umliegenden Straßen zahlreiche Prostituierte und Zuhälter, die ihrem Geschäft nachgehen. Mit dem Ansprechverbot kann die Polizei nun auch gegen Freier vorgehen.

Zum Bericht im hamburg journal

Aus der BILD:
Demonstration gegen Verbot von Straßenstrich
Hamburg( dpa/lno) – Mit einer Demonstration im Hamburger Szeneviertel St. Georg haben sich am Samstag Anhänger des «Bündnis Recht auf Straße» gegen eine weitere Einschränkung des Straßenstrichs gewehrt. Etwa 150 Protestierende versammelten sich nach Angaben der Polizei in dem Stadtviertel nahe dem Hamburger Hauptbahnhof. Reden wurden in mehreren Sprachen wie Deutsch, Türkisch oder Russisch gehalten und gefordert: «Recht auf Straße für Sexarbeit». Es kam zu keinen Zwischenfällen.
Link zur Bild

Aus dem Hamburger Abendblatt:

Kontaktverbot auf St. Georg: 150 Menschen demonstrieren

Die Verordnung verbietet Kontaktaufnahme zu Prostituierten in St. Georg. Das Bündnis „Recht auf Straße“ kritisiert das Vorgehen der Stadt.

Gegen das sogenannte Kontaktverbot im Stadtteil St. Georg haben am Sonnabend in Hamburg rund 150 Menschen friedlich protestiert. Nach der Verordnung ist es Freiern seit Ende Januar verboten, Prostituierte anzusprechen. Wer trotzdem Kontakt zu einer der Prostituierten aufnimmt, muss mit bis zu 5.000 Euro Geldstrafe rechnen. Die Kundgebung nahe dem Hauptbahnhof sei störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei mit.

Das Bündnis „Recht auf Straße“ kritisiert vor allem, dass die Prostitution in den Stadtteil Rothenburgsort abgedrängt werde. Dort sei „wegen der fehlenden Infrastruktur ein selbstbestimmtes Arbeiten ohne Zuhälter unmöglich“, schreibt die Initiative.
Zum Artikel im Hamburger Abendblatt

Senat plant weitere Maßnahmen zur Kriminalisierung von Sexarbeit

Der Hamburger Senat plant die Einführung von Bußgeldern für Kunden von Sexarbeit in St. Georg.
Hier ein paar Links zum Thema.

mopo

farid müller

St. Georg Info

BILD

radio hamburg

hh-heute nachrichtenblog für hamburg

Presse

Hier ein paar Links von (Presse-)berichten zur Kundegbung.

Die Taz über die Kundgebung

Die Taz vor der Kundgebung

Die Jungle World zu Gefahrengebieten im Allgemeinen und St. Georg im Besonderen

Mädchenblog

Blog von Kersten Artus, MdHB