Aktuelles

Recht auf Straße beim Fachtag Prostitution

Am 9. und 10. Mai findet an der HAW (Hochschule für Angwandte Wissenschaften Hamburg) der Fachtag: „Prostitution im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Sozialer Arbeit“ statt! Recht auf Straße wird auf dem Markt der Möglichkeiten am 9. Mai mit einem Infostand vertreten sein. Kommt vorbei!
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Feministische Filmreihe

Arbeit – Feminismus – Klappe auf

Der Feminismus arbeitet in den Führungspositionen und die Arbeit ist nun endlich feminisiert. Haben wir was wir wollten? Schauen wir doch in ältere Zeugnisse des feministischen Films, in aktuelle Dokumentationen der Arbeitswelten und auf Zelluloid gebannte feministische Kämpfe. „Klappe auf“ lautet wohl am ehesten die Antwort auf globalisierte Arbeitsteilung, rauschende Abstürze und uneingelöste Utopien.
Diese Reihe wurde in Zusammenarbeit mit der queer-feministischen Gruppe rapidas kuratiert. In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg und gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

zum Programm im B-Movie

Fachtag Prostitution

Im Mai 2012 findet an der HAW (Hochschule für Angwandte Wissenschaften Hamburg) der Fachtag: „Prostitution im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Sozialer Arbeit“ statt!

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Prostitution steht im Spannungsfeld zwischen „Autonomie“ und „Sozialer Arbeit“; zum einen steht Prostitution als anerkannte Sexarbeit in einem Emanzipations- und Professionalisierungsdiskurs, zum anderen beschäftigt sich Soziale Arbeit im Rahmen verschiedenster Handlungsfelder mit dem Thema Prostitution. Anhand der Prostitution kann verdeutlicht werden, welche Sozialen Arbeitsfelder in der Arbeit mit Prostituierten (männlich/weiblich/trans*) betroffen sind. Exemplarisch sind hier die Handlungsfelder der Sozialen Sicherung, Gesundheit (HIV/STD-sexually transmitted diseases, Abhängigkeitserkrankungen), Stadtteilarbeit, Migration sowie Gender in der Sozialen Arbeit zu nennen. Am Fachtag wird verdeutlicht, in welchem Spannungsverhältnis Prostitution aus der Sicht der Sozialen Arbeit steht. Ziel ist es, die Schnittstellen und Netzwerke darzustellen, die Soziale Arbeit mit dem Thema Prostitution/Sexarbeit verbinden.

Stammtisch am Montag!

Momentan findet jeden Montag ab 19h unser Stammtisch im Hansa Treff direkt am Hansaplatz in St. Georg statt! Alle, die Lust haben, uns kennenzulernen oder mit uns weiterzuplanen, sind herzlich eingeladen! Wir wollen uns weiter gegen die Repression und Kriminalisierung von Sexarbeit in St. Georg (und überall) stellen und gemeinsam überlegen, welche Mittel und Wege dafür sinnvoll sind.
Also: Montag, 19h im Hansa Treff! Wir freuen uns auf Euch!

P.S.: An alle Pressevertreter_innen: Der Stammtisch ist vielleicht auch für Euch eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Wir bitten aber darum, es zu unterlassen, an dem Abend selbst Interviews zu führen oder Ähnliches. Dafür müsst ihr Euch dann extern verabreden.

Mopo berichtet über die Folgen der Kontaktverbotsverordnung

Gestern ist dieser Artikel in der Mopo erschienen, der von den ersten Auswirkungen der Kontaktverbotsverordnung in St. Georg berichtet. Die Kontaktverbotsverordnung ermöglicht es der Polizei, mutmaßliche Kund_innen von Sexarbeit mit hohen Bußgeldern zu belegen, was die prekäre Situation von Sexarbeiter_innen in St. Georg weiter verschärft. In dem Artikel kommen auch kritische Stimmen zu Wort. Die inflationäre Benutzung des Wortes „Hure“, die in dem Artikel vorgenommen wird, zeigt jedoch auch die faktischen Grenzen der kritischen Berichterstattung auf.
Zum Artikel auf der Mopo-Seite

Der Straßenstrich verwaist
Die einsamen Huren von St. Georg

Von Mathis Neuburger und Rüdiger Gaertner

Die ersten Freier müssen zahlen! Seit Montag vergangener Woche verfolgt die Polizei Männer, die in St. Georg Huren ansprechen. 13 Bußgelder hat es in den ersten vier Tagen gehagelt – seitdem bleiben die Freier weg, klagen die Prostituierten. Der Straßenstrich ist verwaist.

Am Montag gingen den Beamten sieben Freier ins Netz. Am Dienstag vier. Mittwoch und Donnerstag jeweils nur einer und dann keiner mehr. Das sogenannte „Kontaktverbot“ wirkt – zum Ärger der Huren: „Sonst hatte ich immer circa zehn Kunden am Tag, jetzt sind es maximal drei“, schimpft Sophia (24) aus Bulgarien. „Dazu kommt noch der ständige Ärger mit der Polizei, die verstärkt Streife geht und uns verscheucht.“

Die so gescholtenen Beamten sehen das eher als Lob. Von einem großen Erfolg wollen sie zwar noch nicht sprechen. Das Vorgehen der Polizei habe sich aber wohl in der Szene rumgesprochen, so ein Polizeisprecher. „Ein kleiner Trend ist sichtbar. Wir gehen davon aus, dass dieser weiter anhält und in Zukunft nur noch vereinzelt Bußgelder ausgesprochen werden.“

Vor rund einem Monat hatte der Senat die sogenannte Kontaktverbotsverordnung erlassen. Bis zu 5000 Euro Bußgeld muss seitdem zahlen, wer im Sperrgebiet St. Georg eine Hure anspricht. Bei Erstverstößen werden laut Polizei in der Regel 200 Euro fällig. Teurer wird’s bei Wiederholungstätern.

Die Verordnung wurde erlassen, um St. Georg familiengerechter zu machen. „Nach unseren Beobachtungen sind die Anwohner zufrieden mit der neuen Regelung“, sagt Helmut Voigtland vom Bürgerverein zu St. Georg. „Wenn der eine oder andere Pinneberger jetzt abgeschreckt wird, ist das schon ein Erfolg.“ In der Tat sind kaum noch Prostituierte auf den Straßen zu sehen.

Sophia zum Beispiel stand früher acht bis neun Stunden am Tag unbehelligt an ihrem Stammplatz Ellmenreichstraße. Jetzt sind die Huren ständig in Bewegung, flanieren herum oder verstecken sich auf ihrem Zimmer, wenn sie von der Polizei mal wieder verscheucht wurden.

Kritik am Senat übt daher Michael Joho vom alternativen Einwohnerverein St. Georg. Die Verordnung sei „ein Freifahrtschein für die Polizei, gegen Prostitution vorzugehen“. Joho klagt über grundlose Personenkontrollen und Beamte, die Prostituierte und einfache Bürger bedrängen.

Sophia jedenfalls will in den nächsten Tagen wieder zurück nach Bulgarien: „Das Geschäft ist zu schlecht geworden.“